Frohes neues Jahr! Endlich wieder auf dem Wasser!

Stanjek/ KleenDas Jahr 2014 war eines meiner emotionalsten überhaupt.
Erfolge und persönliche Niederlagen liegen manchmal nur wenige Wochen auseinander.
Die Saison verlief fast, aber nur fast, perfekt. 
Anfang des Jahres hatte ich die Möglichkeit, an einer transpazifischen Passage teilzunehmen. Mit meinem Freund und dem erfahrendem Kapitän Uwe Roch sowie seiner professionellen Crew um Tom Swift ging es von San Diego über Costa Rica auf die Galapagos Inseln und weiter nach Tahiti. Unendliche Weiten, keine anderen Boote über Wochen in Sicht. Was für ein Erlebnis und alles ganz ohne Regattastress.
Ab März rief dann das Wettsegeln.
Nach fast drei Jahren als Coach für das beste Drachen-Team der Welt Transbunker um Deutschlands Erfolgssegler Markus Wieser durfte ich meine Erfahrungen zum ersten Mal als Segler in dieser traditionsreichen Klasse unter Beweis stellen.
 Das erste große Event des Jahres, die DrachenEuropameisterschaft, konnten wir für uns entscheiden.
Mit Lars Hendriksen am Steuer folgten weitere Top Ergebnisse im Drachen, wie der zweite Platz beim Grand Prix in Douranenz, oder der vierte Platz beim Gold Cup. 
Für die erste Saison im Drachen, durchaus sehr achtbar.
Stanjek/ Kleen Das absolute Saisonhighlight und vielleicht der größte Augenblick meiner Karriere war der Gewinn der Starbootweltmeisterschaft am Gardasee.
 Ich hätte nie zu träumen gewagt, jemals auf dieser prestigereichen Trophäe neben den besten Seglern aller Zeiten verewigt zu sein.
 Das alles mit meinem Freund und jahrelangen Leidens- und Weggefährten Robert Stanjek! Ein wirklich irres Erlebnis.
Wie gesagt: Ein fast perfektes Jahr!

Eine sehr schwere Knieverletzung hat mich in der zweiten Jahreshälfte zur vorzeitigen Aufgabe der Saison 2014 gezwungen. Bei meinem so geliebten Sport, dem Basketball, habe ich mich sehr unglücklich verletzt. Resultat: Patellarsehnenabriss im rechten Knie. Ein wahrer Schock!
Die nächsten Wochen waren sehr hart für mich. Die Zuversicht habe ich nie verloren, auch weil mir alle Teams ihre volle Unterstützung zugesagt haben und fest mit meiner Rückkehr im Januar rechneten.

Kleen/ Chefarzt Dr. Stefan TrabhartNun ist es endlich soweit. Nach nur dreimonatiger Pause und dem schmerzhaften Verpassen des Saisonfinales der Star Sailor League in Nassau habe ich grünes Licht erhalten, wieder aufs Boot zu steigen.
Diese extrem schnelle und gute Heilung ist einzig dem Chefarzt, Dr. Stefan Trabhardt, und seinem Team der Klinik in Mühldorf am Inn zu verdanken.
 Ich fühle mich fitter denn je, auch wenn der Basketball vorerst in der Ecke bleibt.
Überglücklich bin ich in Lanzarote gelandet und freue mich auf meine Aufgaben im Jahr 2015.
 Es beginnt mit vielen Trainings- und Vorbereitungswettkämpfen. Erstes Highlight wird die Drachenweltmeisterschaft vor La Rochelle Anfang Juni sein. Die Saison 2015 wird mit der Starbootweltmeisterschaft vor Buenos Aires im November enden.
2015 ist das Jahr der Weltmeisterschaften.
Wenn nicht jetzt, wann dann?

Stay tuned!

Überwältigend! Star Weltmeister 2014!

2014 Star Class World Championship - Day 4 - Race 4Nie hätte ich gedacht, dass unser Sieg bei der Starboot-Weltmeisterschaft einen so besonderen Stellenwert hat. Natürlich war mir immer klar, dass das Niveau in dieser Klasse außergewöhnlich hoch ist. Der Titel, der goldene Stern, die Ehre – das alles ist wirklich toll! Doch das Echo, das wir seit unserem Sieg empfangen, übertrifft alle Erwartungen und macht uns sehr stolz.

Diese Weltmeisterschaft werde ich wohl nie vergessen. Angefangen mit dem paradiesischen Segelrevier Gardasee über die unglaubliche Gastfreundschaft der Italiener und die hervorragende Wettfahrtleitung bis hin zu einer einzigartigen Bootsklasse: es war eine Woche wie aus dem Bilderbuch! Ganz besonders habe ich mich für meinen Steuermann Robert gefreut, der nach seiner enttäuschenden Absage für das Volvo Ocean Race so stark gesegelt und so einen Titel nach Hause gefahren hat!

SiegerehrungWir hatten eine Hammerwoche. Seit dem Sieg hat uns eine Flut von Glückwünschen erreicht. Willy Kuhweide hat geschrieben, dass er sich mit uns freut. Olympiasieger und Weltmeister aus aller Welt haben gratuliert. Einer wie Olympiasieger und Weltmeister Freddy Lööf, der sonst eher zurückhaltend ist, hat uns mit breitem Grinsen gratuliert und gesagt: „Welcome to the Club!“ Die Reaktionen auf den Titelgewinn sind krass, übertreffen das Echo nach unserem sechsten Platz bei den Olympischen Spielen um ein Vielfaches und nehmen kein Ende. Dafür möchte ich allen Danke sagen!

Wenn ich auf die letzten drei Jahre zurückblicke, dann habe ich mit verschiedenen guten Teams fast alle Titelregatten gewonnen, an denen wir teilgenommen haben. Zuletzt die Europameisterschaft im Drachen mit Lars Hendriksen. Dieser Crew verdanke ich wie auch einigen anderen sehr, sehr viel. Pieter Heerema hat ein richtig gutes Team formiert. Wir trainieren regelmäßig mit zwei Drachen. Als Coach ist America’s-Cup-Gewinner Dod Davies dabei, von dem ich ungeheuer gerne und viel lerne. Der Neuseeländer zählt zu den erfahrensten und besten Cup- und Olympiatrainern auf dem Planeten. Es ist ein fantastisches Programm, in dem ich mit herausragenden Persönlichkeiten arbeiten darf, mit denen wir im Frühling schon die Europameisterschaft gewonnen haben und nun den Drachen Gold Cup im September vor Medemblik ansteuern.

GC 32 Team MarwinMomentan bin ich noch am Gardasee. Flavio Marazzi hat mich eingeladen, mit ihm und seiner Crew auf dem GC32-Katamaran zu segeln. Für mich ist das eine ganz neue spannende und teilweise auch spektakulräe Erfahrung. Gestern waren wir draußen auf dem See. Spitzengeschwindigkeit: 37.4 Knoten! Ich bin für die Foils zuständig und lerne, lerne, lerne.

Und das Jahr geht mit den nächsten Höhepunkten weiter: Mit Markus Wieser und Thomas Auracher wollen wir unseren Titel bei der 5.5er-WM verteidigen. Darauf freue ich mich sehr! Am Ende des Jahres dann steigt das Finale der großartig organisierten Star Sailors League, bei dem es nicht nur um einen sehr prestigereichen Titel sondern auch viel Preisgeld geht. Robert und ich sind dafür als Weltmeister bereits gesetzt. Bahamas, wir kommen!

Dank an alle, die mit uns mitfiebern!
Euer Frithjof

Europameister Drachen 2014!

foto-5Auf
Kurs zum Titel – von San Diego nach San Remo …
Und dazwischen liegt meine
Pazifiküberquerung. Gestartet bin ich im kalifornischen San Diego und segelte
über Galapagos nach Tahiti. Ziel der Übung war es nicht nur,
atemberaubende Naturschauspiele zu erleben, die schon Charles Darwin bei seiner
Weltumseglung auf die Galapagos-Inseln führten. Nach Tausenden von Seemeilen hatte
ich genügend Seemeilen gesammelt um meinen Yachtmaster-Offshore zu absolvieren und das nächste Ziel anvisiert: die Europameisterschaft
im Drachen 2014 vor San Remo.
foto-3Insgesamt 84 Drachen aus 23 Nationen waren am Start. Im neu formierten Team um meinen Steuermann Lars Hendriksen, zusammen mit unseren Trainingspartnern um Pieter Heerema, kämpften
wir um den Titel. Eine besondere Herausforderung für mich diesmal: Gegen das Team um Marcus
Wieser, meinen Lehrer und Mentor, anzutreten. Nach sechs kräftezehrenden Rennen und einer
Konkurrenz, die absolut nichts zu verschenken hatte, wurde abgerechnet. Mit zwei
Punkten Vorsprung platzierten wir uns vor Marcus, der mit seinem Team Silber holte. Das war ein toller Einstand für mich; bin überglücklich und freue mich ganz besonders über die vielen Glückwünsche – und natürlich auf die kommenden
Events und Aufgaben.

Stay tuned!

Star Sailors League Finale 2013

Skipper des SSL FINAL 2013Mit der weltweiten Star Sailors League gibt es künftig eine Wettkampfserie, die weniger die Bootsklasse in den Mittelpunkt stellt, sondern viel mehr die besten Segler der Welt vergleichen will. Die Premiere des ersten Events startet morgen in Nassau auf den Bahamas.
Im legendären Yachtclub von Nassau stehen 18 Starboote. Für viele Teams ist es das erste Aufeinandertreffen seit den Olympischen Spielen in London. Zu den routinierten Starbootseglern treffen einige Top Segler aus der Finn- und Laserklasse, die mit erfahrenen Vorschotern ihr Debut geben.
Stanjek/ Kleen Gesegelt wird in einem neuen Modus: An den ersten drei Tagen gehen alle 18 Boote an den Start. Insgesamt tragen sie neun Rennen aus. Der vierte Tag bringt dann eine echte Innovation: Die zehn besten Mannschaften der ersten drei Tage treten zu drei Finalläufen an. Nach jedem Rennen scheiden drei Boote aus. Gesamtsieger ist die Mannschaft, die im letzten Rennen als erste über die Ziellinie fährt.Verfolgen könnt ihr die Übertragung der Rennen und Ergebnisse live auf der SSL Webseite verfolgen.
Stay tuned!

Weitere Berichte:

Die Stars der Stare

Deutsches Dreamteam

Europameister Star 2013

europameister_negrikleen„Superior leaders Diego Negri/Frithjof Kleen“ … hören wir gern, um so mehr, weil wir Europameister geworden sind. 10 Tage hatten wir Zeit, uns als Champions zu profilieren, und das war nach sieben Rennen klar, von denen wir 6 gewinnen konnten. Dass es so super gelaufen war, verdanken wir auch der guten Stimmung, die uns bis zum Ende des contests auf Kurs hielt. Am meisten überrascht hat mich jedoch der Ort selbst. Mal ehrlich: Wer kennt schon Bastad, wenn er nicht gerade eingefleischter Tennis-Fan ist? Ich jedenfalls stellte mir darunter eine skandinavische Kleinstadt vor, mit ockerfarbenen Fassaden und Ikea-Interieurs. Glücklicherweise ist der Ort das genaue Gegenteil: ein global village, dem ich sofort den Titel „St. Tropez des Nordens“ verleihen würde; und das nicht nur wegen der coolen Leute und der mondänen Läden, sondern auch wegen des milden Klimas, das sogar Weinanbau erlaubt. Schwedischer Wein – jetzt vielleicht ein Geheimtipp.

Stay tuned!
Euer Frithjof

Halbjahresbilanz

Die nacholympische Saison ist eingeläutet und neue Herausforderungen stehen an. Zeit, eine Halbjahresbilanz zu ziehen. Mit über 75 Regattatagen und vielen Trainingseinheiten können wir auf einige tolle Events zurückblicken.

5.5m WeltmeisterschaftDas Highlight war eindeutig die 5.5 m Weltmeisterschaft im Bilderbuchrevier von Curaçao. Nach nur einer Woche Training vor Ort und einer spannenden Regattawoche haben wir mit Steuermann Markus Wieser den Weltmeistertitel in der 5.5 m Klasse geholt –  den ersten Härtetest im neue Jahr schon mal bestanden.

Erster Platz bei der Weltmeisterschaft, Vierte beim 86th Bacardi Cup vor Miami und bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Star sind schon super Ergebnisse, aber noch nicht alles. FinnIm April war es dann so weit. Dank der großzügigen Unterstützung meines Heimatvereins dem VsaW und dem Finn Team Germany konnte ich mich zum ersten Mal überhaupt als Steuermann ausprobieren, im Finn Dinghy. Seitdem nutze ich jede freie Minute für ein Training im Finn. Für mich ist es eine tolle Erfahrung, die mir hilft, meine Technik als Vorschoter zu verbessern und meinen Horizont zu erweitern. Trotzdem hat Segeln noch nie so wenig Spaß gemacht, weil ich noch nie so weit hinten gelegen habe: immerhin ein 9. Platz beim Wannseepokal.

Starboat Eastern HemisphereNext Step und weitaus erfolgreicher war die Starboat Eastern Hemisphere Meisterschaft am Gardasee. 33 Teams rangen um den Spot, darunter zwei deutsche als Favoriten platziert. Mit Steuermann Diego Negri haben wir den Titel gewonnen, den zweiten Platz auf dem Podium nahmen Polger/Koy ein.

Dann ging es weiter nach Newport California zum North American Championship, Juni 2013. Auch hier ließ sich die Konkurrenz sehen und fürchten. 42 Teams, darunter etliche Weltmeister und Olympia Medaillien Gewinner, gingen an den Start. Im dicht gedrängten oberen Drittel konnten Augie Diaz und ich –  bei nur kleinem Punktabstand –  den 5. Platz erringen, mit dem wir mehr als zufrieden sind.

Negri/KleenZurück auf heimischem Boden und kurz nach dem 30. Geburtstag steht nun das zweite Silberevent in Båstad-Schweden an, wo die Starboot Europameisterschaft Ende Juli ausgetragen wird.

Stay tuned!

86th BACARDI CUP!

Bacardi CupVierter Platz mit dem italienischen Starsegler Diego Negri beim 86th Bacardi Cup vor Miami.
Grazie Dino!
Seit 1927 wird der Bacardi Cup schon ausgesegelt. Ursprünglich vor Kuba ausgetragen; seit 1962 nunmehr in Miami beheimatet. Er gilt als eine der wichtigsten Segel-Trophäen. Mark Reynolds siebenfacher Bacardi Cup Gewinner und Olympiasieger: „Der Bacardi Cup vereint wie keine andere Regatta der Welt, Tradition, Geschichte und Wettkampf.“
Diego Negri ist einer der besten Starbootsegler der letzten Jahre und deshalb freut es mich, von seinem Können zu profitieren.
Seit 2006 haben Robert Stanjek und ich immer wieder intensiv mit Diego Negri zusammen trainiert. Als amtierende Europameister konnten sich Im Mai 2012 Diego und seine Crew Enrico überraschenderweise nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren. Diego blieb seitdem dem Segelsport fast immer fern. Bis heute ist ihm die tiefe Enttäuschung anzumerken. Umso schöner war es, mit unserem Trainingspartner zusammen an diesem tollen und beeindruckenden Event teilzunehmen.
Alessandro Pascolato, einer der wichtigsten Förderer von Robert Scheidt, stellte uns das Boot kostenlos und in top Zustand zur Verfügung. Grazie Dino!
Bacardi Cup MiamiDas Feld der 56 Starboote war, wie so oft, von zahlreichen Weltmeistern und Olympia Medaillen Gewinnern bestückt. Die meist moderaten Segel Bedingungen vor Miami machen aber auch ehemalige Profis und ambitionierte Amateure zu ernsthaften Konkurrenten. Und so war es nicht verwunderlich, Lokalhelden wie Augie Diaz oder Hubert Merkelbach (GER) immer mit in der Führungsgruppe zu finden.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnten wir uns mehr und mehr steigern. Allerdings mussten wir beinahe alle Rennen in den Top 20 beginnen. Die Aufholjagden waren sehr spannend und interessant, aber auch Grund für den letztlich undankbaren vierten Platz.
Hochverdient ging der 86th Bacardi Cup an die amerikanische Olympiamannschaft Mendelblatt/ Fatith!
Hier noch ein Video mit tollen Bildern und der Link zu den Ergebnissen.

Interview & Video
Bericht & Ergebnisse

Stay tuned!

Weltmeister 2013!

Copyright Jarrik BijsterboschBesser kann eine Segelsaison kaum beginnen: Nach nur einer Woche Training vor Ort und einer gelungenen Regattawoche im Bilderbuchrevier vor Curaçao haben wir mit Steuermann Markus Wieser die Weltmeisterschaft im 5.5m gewonnen.
Markus Wieser / Thomas Auracher (M) / Frithjof KleenEs ging gleich gut los mit drei Tagessiegen. Danach hatten wir ein wenig Materialpech, weil unser Fockfall gebrochen ist. Für eine Weile schien die Weltmeisterschaft sogar zugunsten unserer norwegischen Konkurrenten gelaufen. Doch denen unterlief ein Frühstart unter schwarzer Flagge und schon war der Kampf wieder offen. Wir konnten die WM-Serie mit zwei weiteren Tagessiegen beenden und gleich im ersten Anlauf den Titel mit der neuen „Mission Possible“ von Markus Wieser holen.
Es hat riesigen Spaß gemacht, dieses großartige Boot zu segeln, auch wenn es für die Crew Schwerstarbeit war. Der 5.5m ist ein sehr anspruchsvolles Schiff für Crew und Material somit vergleichbar mit dem Starboot nur der riesige Spinnaker erhöht noch einmmal die körperliche Belastung. Für mich war auch der Spinakker neu, aber ich habe gute Tipps von Thomas Auracher bekommen.

Copyright Jarrik BijsterboschWir hatten täglich bis zu 20 Knoten Wind und mehr. Insofern war diese WM auch gleich der richtige Härtetest zum Start in das neue Jahr.

Danke, Markus und Thomas Auracher, es war eine tolle Woche mit Euch!

Ich werde an dieser Stelle weiter berichten – bleibt dran und genießt das Segeljahr 2013!

Euer Frithjof

Hier zum Interview in der Yacht und Segelreporter.

Schöne Weihnachtszeit! Hinter’m Horizont geht’s weiter…

Larissa Laternser/ Frithjof Kleen / Michael MensingMarinepool und dem Audi Zentrum Berlin mit Michael Mensing ist es zu verdanken, dass ich zum Jahresende einen sehr schönen Einsatz initiieren konnte. Gemeinsam mit den Charity-Leuten der Aktion „Die Weihnachtsengel“, die ich seit rund fünf Jahren unterstütze, werden wir im kommenden Sommer Kinder aus dem Berliner Elisabethstift zu einem Segeltag im Verein Seglerhaus am Wannsee einladen. Die symbolische Gutscheinübergabe dafür hat am vergangenen Wochenende unter vielen leuchtenden Augen der Kleinen stattgefunden. Wir werden für die Kids einen tollen Tag auf dem Wannsee mit Segeln, Wasserskispaß, gemeinsamem Frühstück und Grillvergnügen organisieren. Dazu hat das Audi Zentrum Berlin noch 30 Hertha BSC-Karten inklusive Stadionführung gestiftet. Von Marinepool erhalten unsere jungen Gäste ein passendes Bekleidungspaket zur Erinnerung an diesen Tag. Ich freue mich sehr auf den Tag und auch darüber, dass ich von meiner Vereinskameradin Kathrin Kadelbach zusätzliche Unterstützung erhalten werde.

 Foto: picture alliance/dpaHinter mir liegt ein bewegtes Segeljahr mit meinem ganz persönlichen Höhepunkt bei den Olympischen Spielen und Platz sechs vor Weymouth im Starboot. Viele haben mit uns mitgefiebert – vielen Dank dafür! Ich werde meine Olympiapremiere sicher niemals vergessen und arbeite gleichzeitig dafür, dass ich das großartige Gefühl einer Olympiateilnahme noch einmal erleben darf.
Vor mir liegen mit Blick auf 2013 neue Herausforderungen, spannende Entscheidungen und Regattaeinsätze satt. Mein Starbootsteuermann Robert Stanjek und ich gehen weiterhin davon aus, dass das Starboot wieder olympisch wird. Es ist sicher kein Nachteil, dass seit November mit Carlo Croce ein Starboot-affiner Mann aus Italien am ISAF-Steuer Platz genommen hat. Auch die Brasilianer sind mit Blick auf das Starboot-Comeback weiterhin sehr optimistisch.
Ich peile für die nacholympische Saison neben einigen Trainingseinheiten zunächst fünf, sechs Regatten im Star an. Darunter die Welt- und Europameisterschaft, die Frühjahrseuro auf dem Gardasee und den Bacardi Cup vor Miami. In der kommenden Saison werde ich mich neben dem Starboot auch im Finn Dingi probieren. Für mich geht es dabei vor allem darum, ein noch besserer Vorschiffssmann zu werden und meinen Horizont zu erweitern.

ChriscoMein Jahr lasse ich auf See ausklingen: Ich freue mich über die bevorstehende Atlantik-Überquerung mit der „Chrisco“. Im Anschluss daran starte ich mit Markus Wieser in die 5.5er Weltmeisterschaft vor Curaçao. Ein echtes sportliches Highlight, auf das ich mich riesig freue!

Mein Dank gilt meinen Partnern EWE AG, Schön Klinik, Marinepool, Audi Sailing Team Germany, Oakley, Seilflechter und der Sporthilfe.
Besonders danken für ihr Vertrauen möchte ich der DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, DSV-Vizepräsident Torsten Haverland und Ulrike Schümann, die sich als Vize-Präsidentin meines Heimatclubs Verein Seglerhaus am Wannsee immer sehr für mich und unser Team eingesetzt hat. Selbstverständlich ist das nicht. Von Audi-Seite hat sich Johannes Polgar und Michael Mensing für mich stark gemacht, bei der Bundeswehr hat mich mein Chef Bernhard Theis beflügelt – danke!
Es gab viele weitere Menschen, die mir 2012 ganz persönlich geholfen haben. Ich hoffe, ihr Vertrauen belohnt zu haben und will das auch im kommenden Jahr mit Leistung tun!

Ich wünsche Euch allen eine Weihnachtszeit mit kleinen und großen Sternstunden,

Euer Frithjof

Olympische Spiele 2012: Was war, was ist, was bleibt

Frithjof Kleen Daumen hoch copyrightDie Olympischen Spiele liegen hinter mir. Ich werde sie nie vergessen! Sie haben mich bereichert. Und mehr noch: Sie haben Hunger auf mehr gemacht. Meine Erlebnisse habe ich aufgeschrieben, um die Erfahrung zu teilen. Und auch, um mich selbst immer wieder an diese zwei außergewöhnlichen Wochen meiner Sportkarriere zu erinnern.

Olympisches Dorf & Eröffnungsfeier
Alles begann im Olympischen Dorf der Segler in Weymouth. Hier, etwa 300 Kilometer entfernt vom olympischen Hauptquartier in London, waren wir Segler, Trainer und Betreuer unter uns. Es ging sehr familiär zu. Gewohnt haben wir im Jugendherbergsstil in typischen kleinen englischen Town Houses, die eigens für die Olympischen Spiele errichtet worden waren und später verkauft werden. Wir haben mit allen zwölf Seglerinnen und Seglern der Deutschen Olympiamannschaft in einem Haus gewohnt, die Trainer und Betreuer in einem zweiten. Bei uns herrschte die ganze Zeit über eine sehr tolle Stimmung, welche das Teamgefühl enorm beflügelt hat.
An die Sicherheitsvorkehrungen bei Olympischen Spielen musste ich mich erst gewöhnen. Man hat täglich mehrmals eine Kontrolle wie am Flughafen zu durchlaufen. Wir fühlten uns im Hafen manchmal wie in einem Hochsicherheitstrakt. Andererseits waren alle Sicherheitskräfte unglaublich freundlich, manchmal sogar witzig. Britisch eben.
Frithjof Kleen Eröffnungsfeier London Da wir nicht allzu weit von London entfernt waren, konnten im Gegensatz zu früheren Olympischen Spielen dieses Mal auch wir Segler an der Olympischen Eröffnungsfeier teilnehmen. Wir hatten zwar einen siebenstündigen Bus-Marathon zu überstehen, bis wir in London ankamen, doch der Abend war es wert. Die Fahrt auf der so genannten „Olympic Lane“ oder auch die Polizeieskorte in Richtung Stadion waren bemerkenswert. Der Einmarsch der Sportler in das mit 80.000 begeisterten Menschen gefüllte Stadion war einmalig schön! Ich bin sehr froh, dass ich dieses Fest erleben durfte, weil es mir das Gefühl von Olympia gegeben hat. Bei uns in Weymouth hat sich die Olympia-Regatta oft eher wie ein Weltcup angefühlt.

 Foto: picture alliance/dpaDie olympische Regatta
Unser wichtigstes und imposantestes Rennen war das erste. Es wurde live im ZDF übertragen und von Nils Kaben kommentiert. Wir haben es als Spitzenreiter über weite Strecken angeführt – einen besseren Start hätten wir uns nicht wünschen können! Ich habe irgendwann zu Robert gesagt: „Wir haben genau im richtigen Moment geführt. Das haben alle gesehen und sich für das olympische Segeln begeistert!“ Wir konnten uns im Verlauf der Regatta konstant und konsequent in den Top Ten platzieren. Zu einer Gefährdung der „Großen Drei“ – Loof, Percy und Scheidt – hat es bei keinem anderen Team dieser hoch dekorierten Flotte gereicht, in der wir die jüngste Mannschaft waren. Für viele Teilnehmer waren es bereits die fünften oder sechsten Olympischen Spiele. Für uns dagegen war es das Debut. Uns fehlte es noch ein wenig an Erfahrung, in manchen Momenten auch an Abgeklärtheit. Die Segelbedingungen selbst waren traumhaft. Es gab keine Ausfälle, keine Verschiebungen, dafür aber viel Wind, viel Welle und Sonne satt. Wir haben das englische Revier von seiner besten Seite erlebt. Unser Vorwind- und unser Amwind-Speed waren erstklassig. Für uns die Bestätigung, dass wir unsere Hausaufgaben in den letzten sechs Monaten vor den Olympischen Spielen gut gemacht hatten.
Die Fanbegeisterung kannte oft keine Grenzen, war wirklich atemberaubend. Es gab Tage mit 20.000 Zuschauern auf den Wiesen der Festung „The Nothe“ und an den umliegenden Stränden, die dort am Public Viewing teilnahmen. Nervös waren wir deshalb nicht. Eher positiv elektrisiert. Unser Konzentrationsvermögen war an allen Regattatagen sehr gut.
 Foto: onEditionDie Wettfahrten endeten für uns mit einem sehr guten Medaillenrennen. Wir gingen nach gelungenem Start und spannenden Rennen als Dritte über die Ziellinie. Die tragischen Helden der Starbootflotte waren Iain Percy und Andrew „Bart“ Simpson, deren so greifbar nahes Gold sich nach fast unglaublichen Positionswechseln auf den letzten 100 Metern bis ins Ziel völlig unerwartet noch in Silber verwandelte. Aus meiner Sicht spiegelt diese Medaillenvergabe nach dem doppelt gewerteten Finale nicht ganz den Leistungsstand dieser Regattawoche wieder. Andererseits hat Olympiasieger Freddy Loof seine mögliche Goldmedaille vor vier Jahren in China im Finale auf beinahe ähnliche Weise an Iain Percy verloren. Man kann sich also damit trösten, dass nun auch der Schwede, der seit zwei Jahrzehnten zu den „Großen Drei“ zählt, sein verdientes Gold geholt hat.

Foto: onEditionIch möchte es gerne noch einmal ganz deutlich sagen: Diese Segelregatta war hervorragend organisiert. Es waren tolle „Segel-Spiele“. Wir haben es jeden Tag wieder als Genuss und Freude empfunden, zwischen Portland und Weymouth segeln zu dürfen.
Das Endergebnis unserer deutschen Segelmannschaft empfinde ich als vollkommen realistisch und auch sehr gut vertretbar. Natürlich gab es Momente der persönlichen Enttäuschung. Ich stecke mir selbst immer hohe Ziele und hätte es gerne geschafft, der Spitze noch etwas deutlicher zusetzen zu können. Doch Platz sechs in dieser Bootsklasse bei einer Olympia-Premiere zu erreichen, ist auch eine Leistung.

Mich bewegt meine Olympia-Erfahrung sicher zu einer weiteren Kampagne. Egal, ob im Laser, 470er, auf dem Kiteboard, dem Nacra oder im Badminton: Rio, ich werde da sein!

London
Für mich hat der zweite Teil meiner Olympischen Spiele nach dem Medaillenrennen am 5. August in London begonnen. Ich habe dort sehr viel Basketball gesehen, einen Sport, den ich liebe und in dem meine Familie viele Erfolge errungen hat. Ich habe mir auch Handball und Leichtathletik angesehen. Wo immer ich war, herrschte eine tolle Stimmung. Der Besuch des Olympischen Dorfes in London mit seinen 16.000 Bewohnern aus aller Welt war ein Erlebnis! Ebenso das Essen in der Mensa mit den Top-Athleten. Unser Partner Oakley hatte in London sogar ein eigenes Haus, in das alle geförderten Athleten eingeladen waren: Das Oakley- Safe-House direkt an der Themse. Eine klasse Idee, eine traumhafte Location!

Karl Schulze/ Andreas Kuffner/ Frithjof KleenZu meinen persönlichen Höhepunkten der Olympischen Spiele zählte das Wiedersehen mit meinen alten Freunden aus der Grundausbildung bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Der Ruder-Achter, der Doppel-Vierer und die Kanuten hatten Gold geholt und gemeinsam genossen wir nach unseren Wettkämpfen auch das Londoner Night Life. Dass wir immer und überall so herzlichen willkomen waren und mit offenen Armen empfangen wurden, zeugte von sprühendem olympischen Geist. Die Stimmung in London war beschwingt, begeistert, einfach umwerfend! Ich konnte schon einmal üben, wie man als Olympiasieger feiert. Besonderen Spaß hatten wir bei einem spontanen Besuch des Österreichischen Haus, wo „Doppel-Vierer“ Karl Schulze und ich so gastfreundlich wie selten begrüßt wurden. Ihr seid tolle Nachbarn! Lecker Schnitzel, lecker Obstler… Vielen Dank an Josef Margreiter und das gesamte Österreichische Haus! Auch im Deutschen Haus war die Stimmung immer ausgelassen und es tat gut, ein Stückchen Heimat in London als Hafen zu haben.

Die Abschlussfeier
Sie hatte für mich nicht ganz das Flair der Eröffnungsfeier, aber ich weiß, dass sie an den heimischen Bildschirmen noch einmal für riesige Begeisterung gesorgt hat. Die Engländer haben es auf berührende, phantasievolle und inspirierende Weise verstanden, ihre Geschichte zu erzählen und ihr besonderes Lebensgefühl zu vermitteln. Dazu haben sie eine Flotte an Stars präsentiert, die man kaum für möglich hielt. Bewegt hat mich zum Abschied, dass Starboot-Bronzemedaillen-Gewinner Robert Scheidt (es war seine fünfte olympische Medaille!) die Olympische Flagge auf der Bühne für sein Heimatland Brasilien entgegen genommen und am Montag in Sao Paulo übergeben hat. Wenn das kein Zeichen ist! Ich rechne nun schon etwas mehr als nur heimlich mit dem Comeback des Starbootes, dass 2016 aufgrund brasilianischer Intervention wieder olympisch werden könnte.

Feier Rathaus Hamburg

Der Empfang in Hamburg
Die Heimreise mit der ganzen Deutschen Olympiamannschaft auf der MS Deutschland war eine tolle Idee und ein echtes Erlebnis. Ganz so wild, wie es in einigen Zeitungen dargestellt wurde, ging es an Bord allerdings nicht zu. Ich habe bei der Überfahrt auch meine Seele baumeln lassen, viel Entspannung gefunden und meine Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen. Der Empfang in Hamburg war überwältigend, unglaublich, mitreißend! Schon die letzten Elbkilometer waren die Strände gesäumt von Hamburger Fans und Neugierigen, die uns zuwinkten. Ich habe sogar Familie Kröger am Blankeneser Ufer gesichtet. Timmys Neffe hatte zwei Hockeyschläger für die Hockey-Herren gekreuzt und die anderen schwenkten eine Bundesflagge. Der Wahnsinns-Empfang hat uns noch einmal ganz deutlich vor Augen geführt, wie einmalig es ist ein Olympionik zu sein. Da werden nicht nur Fußballer wie Popstars gefeiert, sondern auch Sportler aus Randsportarten stehen plötzlich im Rampenlicht.

Verbesserungswünsche
Für die Vorbereitung auf die nächsten Olympischen Spiele wünsche ich mir und meinen Mannschaftskameraden, dass die Fördersysteme und Initiativen besser miteinander vernetzt werden und alle Förderer an einem Strang ziehen. Es müsste gelingen, die Mittel zu bündeln und auf die Besten zu verteilen. Wir haben vor Ort von den erfolgreichen Nationen gelernt, dass wir wie sie Top-Trainer von internationalem Format brauchen, die junge Athleten mit ihrer Erfahrung beflügeln können. Es ist an der Zeit, neue Wege zu gehen. Wir brauchen mündige Athleten. Es muss versucht werden, die Mehrheit der aktuellen Olympia-Segelmannschaft und damit auch die von ihr gerade gesammelte olympische Erfahrung an Bord zu halten. Es wäre der größte Fehler, diese Mannschaft ziehen zu lassen und wieder bei Null anzufangen. Aus meiner Sicht muss der Segelsport den potentiellen Leistungsträgern schon im Jugendalter als erstrebenswert und – im Erfolgsfall – auch lukrativ schmackhaft gemacht werden. Und nicht als Sport, der vor allem von Regeln, Bestimmungen und Vorschriften geprägt ist.

Robert Stanjek/ Frithjof KleenVielen, vielen Dank!
Mein Dank gilt allen Helfern und Helferinnen der Olympischen Spiele. Ihr habt die Olympischen Spiele mit einzigartiger Hilfsbereitschaft, Leidenschaft, Freundlichkeit und einer großen Portion britischen Humor zu einem unvergesslichen Fest gemacht! Ich danke der Stadt London, meinen Freunden und meiner Familie für ihre Unterstützung in der Heimat und in England! Ich bin meinen Partnern und Förderern sehr dankbar für ihr Engagement und ihr Vertrauen! Und ich möchte Nadine Stegenwalner danke sagen. Unsere Sportdirektorin – vor Ort Deputy Chef des Mission – hat einen super Job gemacht!

Stay tuned!

Frithjof Kleen

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